Gerade noch verbarg sich in meinen Armen müde und sacht

des schwindenden Lebens verletzliche Pracht,

welche nun in ihrer selbst verschriebenen Hilflosigkeit,

des Todes Antlitz einen befreienden Reiz verleiht.

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Denn rieselt durch meine Finger die Zeit, als wäre sie Sand

und so greift nach meinem Herzen jene liebliche Hand,

welche dafür sorgt, dass sich Gegensätze die Waage halten

und welche hofft, dass sich deine Flügel am Ende dennoch entfalten.

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Denn du sollst fliegen, mein Schmetterling, fange mir den Regen,

doch verliere dich nicht auf unbekannten Wegen,

denn auch wenn meine Seele dich ständig begleitet,

heißt dies nicht, dass sich meine Hoffnung auch für dich bewahrheitet.

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Denn obwohl ich deine Turbulenzen und deine Konflikte erkenne,

bedeutet dies nicht, dass ich diese auch beim Namen nenne

und so bleibt unsere artifizielle und sehnlichst herbeigewünschte Unendlichkeit,

nichts als ein Gedanke bei Nacht, der einsam in fremden Träumen gedeiht.

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So glaube mir doch, ich beobachte, wie du den Horizont dekorierst

und wie du dich in den immer selben Dornenbüschen verlierst,

doch auch wenn meine schützenden Hände stetig über dir schweben,

heißt dies nicht, dass sie gekommen sind um für dich zu leben.

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Denn hat das Gewitter deine einst so lebendigen Flügel versengt

und dafür gesorgt, dass dein Kopf in 1000 unsichtbaren Schlingen hängt

und so gleitest du nun langsam hinab, in des Brachlands brennenden Weiten,

die dich neben all deinen Leiden, auch von all deinen Freuden befreiten.

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Und so ist jetzt der Staub, der nun ist wo du einst warst,

nichts als ein Teil von mir den du mir durch dich offenbarst

und so war der Schmetterling, der da einst flog in weiter Ferne,

vielleicht nichts als ein Hilferuf der leise weinenden Sterne.

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